HafenlohrGeschichtliche Entwicklung

1000 Die mutmassliche Entstehung des Dorfes Windheim im Spessart an der Hafenlohr weist in das Jahr 1000. Ob der Ort "Windau" eine gesonderte Hofsiedlung war, oder ob der Name zwangsläufig zu Windheim wurde, ist nicht geklärt. Es kann aber mit Gewissheit angenommen werden, das "Windau" in seinen Anfängen zunächst als Hof des Klosters Neustadt am Main entstand. Im Capellenbuch ist die Rede von drei Hofriethen um das Jahr 1495. Innerhalb des Klosterhofes lagen die ersten Anfänge von Windheim. Es mag, wie Marienbrunn und Einsiedel, um das Jahr 1000 als Neustadter Klosterhof entstanden sein.

 

1324

Der Name Hafenlohr entspringt dem altgermanischen Wortstamm "lara" und kündete ursprünglich von einem natürlichen Weideplatz.

Die Gemeindemark war bereits Ende des 8. Jahrhunderts im Besitz der Benediktiner Abtei Neustadt am Main, gehörte aber etwa seit Mitte des 12. Jahrhunderts dem Rienecker Grafenhaus, bis das Lehen nach dem Aussterben der Linie Rieneck-Rothenfels im Mannesstamm (1333) an das Hochstift Würzburg zurückfiel.

Zum Unterschied gegenüber dem mainaufwärts liegenden älteren "Oberlohr" (= Lohr am Main) wird "Nieder Lohr" beispielsweise am 4. Mai 1324 erstmals urkundlich erwähnt. Tatsächlich geht Hafenlohr als Siedlung zurück bis in die Jungsteinzeit, wie uns viele Bodenfunde zeigten. Die Urkunde von 1324 befindet sich im Standbuch (Stb.) 582 Seite 39 des Würzburger Staatsarchivs unter: Litera super quartum partem Navigij in inferiori Lare 1324

Damals drehte es sich in einem Vertrag zwischen dem fuldaischen Kloster Holzkirchen, das die am jenseitigen Mainufer errichtete Probstei Mattenstatt besass, und dem Kloster Neustadt am Main um "ein Viertteil der Fähre". Dessen "Fron- und Freihof zu Nidern Lohr" wird am Dienstag nach Kreuzerhöhung 1354 genannt, also am 16. September, als die Vertreter des Hochstifts Würzburg die von ihren Vögten auf Burg Rothenfels geschmälerten Rechte und Freiheiten ausdrücklich bestätigten. 

1342 Die erste urkundliche Erwähnung Windheims geschieht 1342, wo von "Heinrich von Windawe" (Windau) - das spätere Windheim - die Rede ist. 1448 liest man "unter der schafbrucken zu Wyndaw", 1699 findet man "Wyndaw, ein Hof hinter der Mühl zu Rothenfels".
Windheim, in der Mundart "Winne" genannt, leitet sich jedenfalls vom Althochdeutschen "Wunne", "Wünne" = Weide ab. Das Bachtal der Hafenlohr bot tatsächlich gute Weideplätze.
1376 Der Name "Haffenen Lohr" taucht im Oktober 1376 in einem Vertrag zwischen Würzburg und Wertheim auf, "die leibeigenen Leute betreffend".
1686

Der Ort Windheim gehörte zu alter Zeit zur Bürgergemeinde Rothenfels, zusammen mit Bergrothenfels und Zimmern, sowie dem Lindenfurterhof. Nach der Rothenfelser Chronik, welche vor allem die Rothenfelser Stadtbücher als Quellen angibt, führte die Bürgerschaftsgemeinde für alle ihr zugehörigen Orte eine gemeinsame Kasse für allgemeine Bedürfnisse. Doch hatte ein jeder Ort seine eigene Kasse und seinen Dorfmeister (Ortsvorsteher). Dies erhellt ein Streit aus dem Jahre 1686, wo ein Rothenfelser Gelder aus der gemeinsamen Kasse für örtliche Ausgaben verwendet, während die übrigen Orte ihre eigene Dorfkasse beanspruchen.

1686 beschwerten sich auch die Windheimer und Berger beim Fürstbischof, dass Rothenfels seinen Verpflichtungen gegenüber den Bürgerschaftsorten nicht mehr nachkomme. Das Verhältnis des Hauptortes Rothenfels zu den zugehörigen Orten war also nicht immer recht gut.

18. Jh. Der frühere Klosterhof, zuletzt 1727/29 von Abt Bernardus Krieg prachtvoll umgestaltet, kam durch die Säkularisation (1803) in die Hände der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Nach wechselvollen Schicksalen entstand in den Gebäuden 1917 die "Holzwarenfabrik Hofgut Hafenlohr", eine Vorläuferin des 1935 gegründeten "Paidiwerks".

Das uralte Hafnerhandwerk, die "Töpferei", hängt mit den ausgezeichneten örtlichen Tonerdefunden am südlichen Fusse des "Achtelsberges" - einem Umlaufberg - zusammen, vergleichbar mit jenen bei Klingenberg und Damm bei Aschaffenburg. Geschichte geschrieben hat der Töpfer David Hettiger, der die grösste Vase der Welt auf seiner Töpferscheibe gedreht hat.

1847

Im Grundsteuerkataster der Gemeinde Windheim von 1847 findet sich der Eintrag, dass am 1. Oktober 1822 Windheim und Bergrothenfels selbständige Gemeinden wurden, deren Bestätigung durch das Ministerium des Innern erst 1830 erfolgte.

Seit 1881 war Einsiedel mit Lindenfurt politisch der Gemeinde Windheim eingegliedert.

1945 Der 2. Weltkrieg geht zu Ende. In Hafenlohr spielen sich beim Anmarsch der amerikanischen Soldaten dramatische Szenen ab. Dem beherzten Handeln vom damaligen Bürgermeister Heinrich Hettiger ist es zu verdanken, dass Hafenlohr nicht in Schutt und Asche gelegt worden ist.
1956 Die Farben Rot und Gold des Hafenlohrer Wappens erinnern an die Rienecker, die Farben Weiß und Rot an das Hochstift Würzburg. Die Bemühungen für ein Gemeindewappen durch den damaligen Bürgermeister Heinrich Hettiger begannen im Mai 1956.
1974 Im Zuge der Gebietsreform erfolgte 1974 die Eingemeindung Windheims nach Hafenlohr.

 

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