HafenlohrVeranstaltungen / EreignisseJahreshauptversammlung FFW Hafenlohr

 


19.11.2005

Feuerwehr blickt bei Jahreshauptversammlung auf bewegtes Jahr zurück

Hafenlohr (ried). Zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hafenlohr ehrten die Anwesenden mit einer Gedenkminute die verstorbenen Kameraden Norbert Fischer und Albrecht Hettiger. Vorstand Christoph Weber teilte mit, dass der Verein zum 30. Oktober 2005 84 Mitglieder hatte. Zwei Drittel davon waren zur Versammlung gekommen. Als neue Mitglieder konnte der Vorsitzende Angelina Szlusarek, Bastian Kömm, Thomas Pietzarka, Katharina Würr, Michael Würr und Ramona Henig begrüßen. Als förderndes Mitglied Margarete Steiger. 

Christoph Weber wünschte sich mehr Beteiligung bei den Arbeitseinsätzen und auch bei den Festbesuchen befreundeter Wehren. Veranstaltungen und Jubiläen seien nun mal eine der wichtigsten Einnahmequellen der Freiwilligen Feuerwehren. Es konnte z. B. mit den Einnahmen anläßlich der 125-Jahrfeier ein LF 43/1 gekauft und der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Weber ersuchte dringend alle um Mithilfe, auch die Senioren, damit der Umzug in das neue Feuerwehrhaus im Dezember erfolgen kann. Wichtig sei auch die Inventarisierung und Bewertung der vorhandenen Ausrüstung und Gerätschaften. Eine Liste über die bei den Mitgliedern befindlichen Kleidungsstücke sollte dabei auch helfen. 

Die Kasse war von Norbert Pietzarka und Reinhold Weis geprüft und für in Ordnung befunden worden. Die Entlastung des Kassiers Tobias Grüdl erfolgte einstimmig. Es wurde von Weber angemerkt, dass die Jugendausrüstung zum Teil in einem miserablen Zustand sei und unbedingt Ersatz beschafft werden müsse. Vom Dorffest habe sich die Feuerwehr mehr Einnahmen erwartet. Diese und andere notwendige Anschaffungen wären dann kein Problem gewesen. 

Aus dem Bericht des Schriftführers Bastian Rockenmaier ging hervor, dass im Berichtszeitraum elf Vorstandsitzungen, sowie Weihnachtsfeiern, Ausflüge und eine Familienwanderung stattfanden. Bei den Hochzeiten der Kameraden Stefan Ritter und Jochen Wiesmann wurde mitgefeiert. Eine Selbstverständlichkeit war die Begleitung der verstorbenen Kameraden zur letzten Ruhestätte. Mehr Beteiligung wünschte sich Vorstand Weber bei der Familienwanderung.

Ausführlicher Bericht von Kommandant Schneider

Ausführlich war der Bericht von Kommandant Stephan Schneider. Statt fanden zehn Übungen im Ortsbereich, zwei Atemschutzübungen auf der Atemschutzstrecke in Lohr, zehn mal Geräte und Gerätehauspflege, fünfzehn Arbeitseinsätze (ohne zussätzliche freiwillige Leistungen) im neuen Feuerwehrhaus und eine Christbaumsammlung der Jugend zusammen mit der FFW Windheim. Am Sprechfunklehrgang haben in diesem Jahr drei und am Atemschutz-Lehrgang zwei Feuerwehrmitglieder teilgenommen. Für das Brandhaus in Würzburg hat die Wehr zwei Lehrgangsplätze bekommen. An Einsätzen gab es im vergangenen Jahr die Beseitigung einer Ölspur, eine Straßensperrung im Hafenlohrtal und zweimal Fehlalarm, einmal Schleuse Rothenfels und einmal Brandmeldezentrale Marktheidenfeld. 

Kein technisches Gerät wurde seit der letzten Jahreshauptversammlung angeschafft, da das neue Feuerwehrauto komplett mit neuem technischen Gerät ausgestattet sein wird. Die Ausschreibung dafür ging an verschiedene Anbieter, von denen alle Angebote bis 30. November 2005 vorliegen müssen. Nachangebote sind nicht zulässig. Ausgeschrieben wurde ein LF 10/6 mit Standardbeladung, THL-Hochwasser-Gruppe, THL-Sturmschadengruppe und Beleuchtungsgruppe. Die Pressluftatmer werden als einziges technisches Gerät aus dem alten LF 8 übernommen. Im Dezember sollen die Angebote gesichtet und Gespräche zwischen der Gemeinde, dem Kreisbrandinspektor und der Vorstandschaft der Feuerwehr stattfinden. Kommandant Schneider hofft, dass der Auftrag im Dezember vergeben werden kann und das Fahrzeug noch im ersten Halbjahr 2006 ausgeliefert wird.

Schneider bemängelte, dass bei den offiziellen Veranstaltungen, Arbeitseinsätzen und Übungen insgesamt nicht einmal ein viertel der Mitglieder anwesend sei. Zur Kritik an seiner Arbeit sagte Schneider, dass er jederzeit für ein persönliches Gespräch offen sei. Für angebrachte Kritik sei er dankbar, nur so könne er darauf reagieren und Unstimmigkeiten ausräumen. Keinen Einfluss habe er auf die Zuteilung spezieller Lehrgänge. Der Jugendwart stehe in der Verantwortung, die Anwärter so vorzubereiten, dass sie später vom Kommandanten als vollwertige Feuerwehrmänner/frauen eingesetzt werden können. Dabei muß sich der Jugendwart und später der Kommandant darauf verlassen können, dass seine Anweisungen ausgeführt werden. Disziplinlosigkeit kann sich die Feuerwehr nicht leisten, sie gefährtet die eigene Sicherheit und die der Kameraden. 

Das neue Feuerwehrhaus in der Bahnhofstraße

Vor 18 Jahren wurde erstmals ein Antrag auf ein neues Feuerwehrhaus in Hafenlohr gestellt. Im März letzten Jahres konnte von der Gemeinde ein Anwesen in der Bahnhofstraße ersteigert werden. Nach Absprache mit der Gemeinde, dem Kreisbrandinspektor und der Vorstandschaft wurden die Pläne für die nötigen Änderungen zur Genehmigung eingereicht. Nach der Genehmigung im Frühjahr 2005 wurde sofort mit dem Umbau begonnen. Ca. 900 Stunden an Eigenleistung wurden bereits erbracht. Es gibt aber immer noch viel zu tun und der Kommandant hofft nun auf eine noch regere Beteiligung bei den Arbeiten durch aktive und passive Mitgleider. Das Ziel sei, so Schneider, im 1. Halbjahr 2006 mit allen Arbeiten fertig zu sein, sodass das neue Feuerwehrgerätehaus zusammen mit dem neuen Fahrzeug eingeweiht werden kann. 

Starke Jugendfeuerwehr

Jugendwart Christian Richartz berichtete stolz, dass die Jugendfeuerwehr eine Stärke von 20 Jugendlichen hat. Zusammen mit der JF Windheim wurde eine Christbaumsammlung durchgeführt. Es gab eine Weihnachtsfeier und die Teilnahme am Faschingszug. Bei der Jugendleistungsprüfung bestanden alle Teilnehmer. Es waren dies: Stefanie Dürr, Daniela Theisz, Martin Pietzarka, Justin Weyerich und Thomas Heinrich. Bei dem Jugendaktionstag in Roden belegte die Hafenlohrer Jugend den ersten Platz. Beim Staffelwettbewerb des Landkreises Main-Spessart konnten die hervorragenden Plätze 9 und 15 erreicht werden. Desweiteren legten elf Anwärter die Prüfung zum Wissenstest erfolgreich ab. 

Grußworte des Bürgermeisters

Bürgermeister Alfred Ritter sagte in seinen Grußworten, dass er die Jahreshauptversammlung als Gelegenheit wahrnehmen möchte, der Feuerwehr für die in den vergangenen zwölf Monaten geleisteten Dienste, seinen Dank auszusprechen, den Stand der Wehr zu würdigen und Ausschau zu halten, was das Jahr 2006 evtl. bringen werde. Besonders hob Ritter den Einsatz für das neue Feuerwehrhaus hervor. Die veranschlagten Umbaukosten seien durch die vielen Arbeitseinsätze bisher eingehalten worden. Mit einer Kostenüberschreitung müßten die Verantwortlichen nicht rechnen. Auch die Ausbildung der Dienstleistenden sei trotz der enormen freiwilligen Leistungen nicht zu kurz gekommen. Bekanntlich stehe heutzutage nicht mehr die Brandbekämpfung im Mittelpunkt, sondern die technische Hilfeleistung bei Unglücksfällen und Katastrophen. Darunter fielen insbesondere Verkehrsunfälle, die Beseitigung von Unwetterschäden und Ölunfälle. Leider würde die zusätzliche Einsatzbereitschaft der Feuerwehr von so manchem diskussionsfreudigen Bürger nicht verstanden, wenn es vor allen Dingen um Investitionen für den Feuerschutz gehe. Dieser Aufgabenbereich habe auch im kommenden Jahr eine besondere Priorität. Mit der Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses und der Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos wird der Gemeinderat zwei große und lang ersehnte Wünsche der Wehr erfüllen, obwohl die Finanzsituation der Gemeinde nach wie vor sehr angespannt sei. Ritter ist jedoch der Überzeugung, dass dies alles gemeinsam zu schaffen ist. 

Entlastung des Vorstandes und teilweise Neuwahlen

Auf Antrag wurde Kassenführer Tobias Grüdl einstimmig entlastet. Für Grüdl wurde als neuer Kassenwart Reiner Wiesmann gewählt. Nachfolger für den ausscheidenden Schriftführer Bastian Rockenmaier wurde Christian Richartz. Neuer Jugendwart wurde Jochen Müller. Alle drei Gewählten werden ihr Amt vorerst bis zu den Neuwahlen 2006 ausüben. 

Verschiedenes

Unter diesem Punkt wurde vorgebracht, dass die Kleiderordnung unbedingt beachtet werden müsse, da die Feuerwehr eine Uniform trage. Vorgeschlagen wurde, aktiven Mitgliedern, die nicht an mindestens fünf angesetzten Übungen im laufenden Jahr teilnehmen, zukünftig die Übernahme in die passive Mitgliedschaft anzubieten. Ausnahmen könnten gewährt werden. Angeregt wurde, die Maifeier auf den 30. April mit Maibaumaufstellung und Disco zu beschränken. In den Festausschuss zur Einweihung des neuen Gerätehauses und der Fahrzeugweihe sollten alle Vorstandsmitglieder und auch Senioren eingebunden werden. Erwünscht seien weiterhin Spenden an die Feuerwehr, da neue Uniformen nötig seien, besonders für die Jugend.

Termine für 2006

Am 22. Januar ist wieder Jahrtag der Vereine. Die Faschingsdisco findet am 26. Februar statt. 30. April Maibaumaufstellung und Festbetrieb im Ankerhof und Keller, 18. November Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen. Für die Fahrzeugweihe und die Einweihung des neuen Gerätehauses steht noch kein Termin fest. 

 

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