HafenlohrVeranstaltungen / EreignisseMaibaumaufstellung 2006

 

Maibäume in Hafenlohr und Windheim aufgestellt
Mythen und Bräuche zum 1. Mai und zur Walpurgisnacht

Bereits am 30.04. wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Hafenlohr vor dem Vereins- und Bürgerhaus in Hafenlohr der Maibaum aufgestellt. Zahlreiche Zuschauer konnten nach kurzer Zeit den Baum an der Hauptstraße bewundern. Im Vereins- und Bürgerhauses lud die Feuerwehr zur Maifeier ein.

Am 1. Mai stellte die Windheimer Feuerwehr am Gerätehaus den Windheimer Maibaum auf. Anschließend marschierten die Zuschauer begleitet von der Hafenlohrtalkapelle Windheim zur Festhalle. 

Bilder vom 30.04.2006 (Hafenlohr) und 01.05.2006 (Windheim):

Die Nacht vor dem 1. Mai wird landläufig auch Walpurgisnacht genannt. Nach altem Aberglauben treffen sich die Hexen auf den  Tanzplätzen. Das Fest der Walburga, nach der die Walpurgisnacht benannt ist, ist eigentlich schon am 25. Februar. Der Tag ihrer Heiligsprechung war jedoch der 1. Mai, weshalb die Nacht zuvor die Walpurgisnacht genannt wird.

Die heilige Walburga soll vor Hexen und dem bösen Blick schützen, glaubte man früher. Auch wird am Vorabend zum 1. Mai gerne gefeiert. So gibt es an vielen Orten einen Tanz in den Mai. Doch woher stammt der Aberglaube um die angebliche Hexennacht und warum ist ausgerechnet der 30. April ein beliebtes Datum für Veranstaltungen?

In vorchristlicher Zeit galt bereits der 1. Mai als Auftakt zum Sommer. Unsere Vorfahren feierten deshalb am Vorabend das Ende des Winters und beschworen mit Gesängen und Tänzen die Fruchtbarkeit von Menschen, Tieren und der gesamten Natur. Durch die Feiern sollten gute Geister angelockt und böse Geister vertrieben werden. Nach der Christianisierung Mitteleuropas wurde das alte Fest verboten. Um das einfache Volk in dieser Nacht zum Daheimbleiben zu veranlassen, schürte man den Aberglauben an die angebliche Hexennacht.

Es wurde behauptet, dass sich in der Walpurgisnacht die Hexen auf ihren Tanzplätzen treffen würden. Auf Besen und Astgabeln würden sie dorthin fliegen. Deshalb musste Lärm gemacht werden, um die Hexen und Dämonen zu vertreiben. Zusätzlich versuchte man, den bösen Hexen den Zutritt in Haus und Hof zu verwehren. Vor die Türen, die ins Freie führten, streute man auf Rasenstücke Kreuze aus Sand, und in den Stalltüren stellte man Mistgabeln und Besen kreuzweise übereinander. Lange hielt sich der Brauch, in der Walpurgisnacht drei Kreuze und bestimmte Kräuterbüschel an die Stalltüren zu heften, um das Vieh vor den Hexen zu schützen. Bei den Eggen kamen die Zähne nach oben zu stehen und die Männer bemühten sich eifrig, die Hexen durch Peitschenknall zu vertreiben. Es wurden auch Feuer entzündet und die Glocken geläutet. Oder es wurde geschossen, um die Hexen abzuwehren. Je größer der Lärm, um so verlässlicher sollte die Wirkung sein. Mancherorts wurde eine Strohhexe ins Feuer geworfen, das man umtanzte. Dazu holte man alles, was an Gerätschaften im Freien lag, herein, damit es die Hexen nicht missbrauchen konnten.

Auch im Marktheidenfelder Raum gab es Orte, die als Hexentanzplätze verschrien waren, so etwa der Zimmerner Berg für die Hexen aus dem Amt Rothenfels oder das »Hexengärtlein« zwischen Einsiedel und Diana im Hafenlohrtal, dort, wo heute die Kapuzinereiche und der »Schwedenkreuz« genannte Bildstock stehen. Hier sollen sich die Lohrer Hexen getroffen haben. Bekanntester vorgeblicher Versammlungsort der Hexen war in Deutschland wohl der Brocken oder Blocksberg im Harz, der auch durch Goethes Faust berühmt wurde. Trotz des mitunter gefährlichen Termins und den Bemühungen der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit, die Menschen von ihrem Besuch abzuhalten, wurden die uralten Feiern in den Mai nie ganz ausgerottet.

Sie mündeten schließlich in die heute überall akzeptierte Formen des Tanzes in den Mai. Die Besucher werden nicht mehr verfolgt, höchstens noch mit Alkoholkontrollen, wenn sie nach Verlassen der Feste noch ihr Fahrzeug benutzen.

 

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