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20.03.2008

Soldaten- und Bürgerkameradschaft besichtigt Main-Post

Hafenlohr Der Vorstand der Soldaten- und Bürgerkameradschaft, Leo Fischer, hatte für die Mitglieder eine Fahrt zum Medienzentrum Main-Post in Würzburg organisiert. „Wie wird eine Zeitung gemacht“, das war die Frage, die von freundlichen Mitarbeitern der Firma in einem dreistündigen Programm geklärt wurde. Die Teilnehmer wissen nun, wie Buchstaben und Bilder auf das Papier kommen und wie eine Tageszeitung vom Einlegen der riesigen Papierrollen bis zum Endprodukt zustande kommt.  

Rund 900 Mitarbeiter produzieren täglich ca. 150.000 Exemplare und etwa 1.600 Austräger sorgen dafür, dass die Leser ihre Zeitung pünktlich auf dem Frühstückstisch haben. Tonnenschwere Papierrollen mit ca. 18 Kilometern Recyclingpapier waren vorher von Gabelstablern zur Druckmaschine gefahren und automatisch eingehängt worden. Leere Rollen wurden durch einen ausgeklügelten Mechanismus gegen volle ausgetauscht, ohne dass der Papierfluss stoppte. Durch die drei Stockwerke hohen Druckmaschinen rasen die langen Papierbahnen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h durch die Rotationsanlage. Jede Maschine produziert etwa 36.000 Zeitungen. 80 % Recyclingpapier wird eingesetzt, mehr ist nicht möglich, da Papier nicht beliebig oft recycelt werden kann. Es wird durch mehrmaligen Schwarzdruck grau und unansehnlich. Die Kontrolle der Druckwerke erfolgt von mehreren Leitständen aus. Schwarz auf weiß kopieren die Druckplatten im so genannten Offset-Druck hunderttausendfach die Meldungen des Tages.

Farbe kommt ins Blatt, wenn die Seiten wiederholt mit den Zusatzfarben blau, gelb und rot bedruckt werden. Richtig dosiert lässt sich die bunte Vielfalt der Vorlagen in diesem Vierfarbendruck realistisch nachbilden. An den Leitständen wird das Ergebnis geprüft und die Maschine per Computer entsprechend nachjustiert. Der erste Buntdruck erfolgte 1997. 

Auch über die Geschichte der Main-Post erfuhren die Teilnehmer von der Soldaten- und Bürgerkameradschaft Hafenlohr sehr viel Interessantes. Gegründet wurde das Druckhaus Richter 1883 mit dem Würzburger Generalanzeiger. Damit war der Grundstein für eine bewegte und produktive Mediengeschichte gelegt worden, in der seit 120 Jahren Zeitungen gedruckt werden. Nach der Lizenzierung durch die Alliierten erschien im Hause Richter 1945 erstmalig die „Main-Post“ als Neugründung in direkter Nachfolge der Mainfränkischen Zeitung. Früher in der Innenstadt angesiedelt, wurde 1974 das neue Druckzentrum auf dem Heuchelhof bezogen. Seit 1992 als 100 %ige Tochter der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, präsentiert sich die Zeitungsgruppe Main-Post im neuen Jahrtausend als wichtiges Zeitungsverlagshaus im Wirtschaftsraum Mainfranken. Das Medienzentrum ist auch Partner für Fremdprodukte. Die neue „Commander“ Druckmaschine und deren Technik bezeichnet die „Drucker-Szene“ als Quantensprung in der Zeitungs-Rotation. 

Bei einem Rundgang durch die Verwaltungs- und Produktionsräume erfuhren die Besucher aus Hafenlohr interessante Details über das Innenleben eines Zeitungsverlages. So z. B., durch welche relativ einfache Maßnahme Werbeprospekte maschinell in eine Zeitung eingelegt werden oder warum der Fachmann die einzelnen Teile der Zeitung wie Politik, Sport oder Lokales als „Bücher“ bezeichnet. Auch die vielen Fragen einiger Technik-Freaks wurden ausführlich beantwortet. Vorstand Leo Fischer dankte den Gastgebern für diesen interessanten Abend. Die Teilnehmer werden ihre Zeitung beim Frühstück jetzt mit anderen Augen betrachten.

Die Teilnehmer von der Soldaten- und Bürgerkameradschaft Hafenlohr (Foto: Main-Post)

 

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