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24.03.2009 Gemeinderäte besichtigen Julius-Echter-Seniorenstift Hafenlohr (ried). Zu einer Informationsveranstaltung über den Neubau des Julius-Echter-Seniorenstiftes der Juliusspital-Stiftung Rothenfels in Hafenlohr hatte Pfarrer Alkuin Mahr als Stiftungsvorstand die Gemeinde- und Stadträte eingeladen. Nach den Ausführungen folgte die Besichtigung der Räumlichkeiten, die am Mittwoch den 25. März bezogen werden. Pfarrer Mahr sagte, dass die Juliusspital-Stiftung Rothenfels eine von Fürstbischof Julius Echter zu Mespelbrunn im Jahre 1601 gegründete Stiftung sei, eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts, mit dem Sitz in Rothenfels. Sie untersteht der Aufsicht der Regierung von Unterfranken. Nach dem Stifterbrief verfolgt die Stiftung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke durch den Betrieb und die Unterhaltung eines Alten- bzw. Pflegeheimes. Sie ist vom Finanzamt als gemeinnützige Einrichtung anerkannt. Die Stiftung gehört aufgrund ihrer historisch begründeten Bindung zur katholischen Kirche dem Dachverband der Caritas an und ist Mitglied im Caritasverband für den Landkreis Main-Spessart e.V.. Die Stiftung ist ungeachtet der Mitgliedschaft völlig eingeständig, wird selbständig vor Ort verwaltet und durch Dritte, auch nicht finanziell, unterstützt. Der jeweilige Pfarrer der Pfarrei Rothenfels ist nach der Satzung automatisch der Vorstand der Stiftung. Beschlussgremium ist der so genannte Stiftungsausschuss. Der Ausschuss setzt sich zusammen aus dem Stiftungsvorstand, zwei Vertretern der Stadt Rothenfels, einem Vertreter des Caritasverbandes für den Landkreis Main-Spessart, der Heimleiterin, der Geschäftsführerin und dem Verwalter. Trägerin des Julius-Echter-Seniorenstifts in Hafenlohr wird die Juliusspital-Stiftung Rothenfels sein, deren Sitz in Rothenfels bleibt. Zur Ausgangsposition und dem Hintergrund sagte Pfarrer Mahr, dass der Heimbetrieb seit der Gründung der Stiftung im Jahre 1601 ununterbrochen in dem auf Fürstbischof Julius Echter zurückgehenden Haus in Rothenfels untergebracht war. 1986 war das Haus generalsaniert und an den ursprünglich 24 Betten umfassenden Altbau ein Neubau mit 10 Betten angebaut worden. Gegenwärtig werden dort 34 Personen gepflegt. Seit 2003 war die Stiftung auf der Suche nach einer Lösung, den historischen Echterbau in Rothenfels als Standort für den Heimbetrieb dauerhaft zu sichern. Neue gesetzliche Vorgaben zur Zimmergröße, dem Brandschutz und die Konkurrenz von modernen Heimen in der Umgebung hätten eine Generalsanierung und eine Erweiterung des Gebäudes notwendig gemacht. Alle Planungsvarianten, die mit den zuständigen Behörden, dem Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln, Fachberatern der Bayerischen Städte und Gemeinden und dem Caritasverband entwickelt wurden, brachten kein überzeugendes Ergebnis. Die Umbaukosten in Rothenfels hätten die Kosten eines vergleichbaren Neubaus überstiegen und dazu geführt, dass die Pflegekostensätze die teuersten aller Einrichtungen im Landkreis Main-Spessart geworden wären. Außerdem hätte das Heim während des Umbaues für etwa ein Jahr schließen müssen. Betriebsbedingte Kündigungen des Personals wären nicht vermeidbar gewesen. Nachdem der Umbau des Altbaus in Rothenfels für die Stiftung finanziell untragbar war, ergaben sich zwei Alternativen. Zum einen die Errichtung eines Neubaus zu tragbaren Kosten, nachdem der Bau von Pflegeeinrichtungen nicht mehr staatlich gefördert wird und die Stiftung die Baukosten komplett finanzieren muss, oder zum anderen die Aufgabe des Heimbetriebes mit dem Verlust von 30 Arbeitsplätzen. Es kann als Fügung bezeichnet werden, dass die Stiftung auf eine vom Sankt Bruno Werk Würzburg entwickelte Konzeption aufmerksam wurde, die in Grafenrheinfeld von der Caritas umgesetzt worden ist, die Modellcharakter hat und übertragbar erschien. Diese Konzeption ermöglichte es, die Einrichtungskosten zu minimieren, bei vernünftiger Ausstattung und umweltfreundlicher Technik. Die wirtschaftliche Struktur wird dadurch erreicht, dass kein Keller vorgesehen ist, eine effektive Planung der Neben- und Lagerräume und eine erdgeschossige Bauweise erfolgt. Dadurch entfallen teuere Aufzugsanlagen, Treppenhäuser und aufwendige Technik für Brandschutz und Rettungsmaßnahmen. Drei identische Gebäudeflügel gruppieren sich an einen zentralen Mittelbau, wobei jeder Flügel eine eigene Pflegeeinheit bildet mit zentralen Gemeinschaftsräumen, Schwesternstützpunkt, Pflegebad sowie Einzel- und Doppelzimmern. Die Wohnqualität wird erhöht durch die ebenerdige Bauweise und jeder Bewohner hat eine eigene Terrasse. Im Bereich der Gemarkung Rothenfels und Bergrothenfels fand sich kein geeignetes Grundstück, das die Voraussetzung für die Umsetzung eines derartigen und finanzierbaren Projektes gehabt hätte. Nachdem die Gemeinde Hafenlohr der Stiftung ein geeignetes Grundstück, mit der Möglichkeit dieses in Erbbaurecht zu erwerben, angeboten hatte, fiel die Entscheidung für einen Standortwechsel nach Hafenlohr. Die Verantwortlichen sind sich sicher, mit der Verwirklichung des Vorhabens in Hafenlohr die Zielsetzung erreicht zu haben. Der 1. Spatenstich erfolgte am 21. September 2007, das Richtfest war im März 2008 und der Einzug wird am 25. März 2009 nach eineinhalb Jahren Bauzeit sein. Von Rothenfels ziehen 34 Bewohnerinnen und Bewohner um und bis zum Mai wird das Heim voll ausgelastet sein. Die offizielle Einweihungsfeier mit einem „Tag der offenen Tür“ ist für Juni/Juli 2009 geplant. Die Betreuung erfolgt in drei Pflegegruppen mit je 20 Bewohnern. Das Haus ist insgesamt auf 60 Betten ausgelegt. Es stehen 28 Einzel- und 12 Doppelzimmer, sowie vier Appartements mit zwei Zimmern, Küchenzeile und Badezimmer für das Pflegewohnen zur Verfügung. Diese Art der Pflege ist nicht mit dem betreuten Wohnen zu vergleichen. Es stehen eine Cafeteria, eine Kapelle, Räumlichkeiten für Ergotherapie und Friseur, sowie ein Erinnerungs- und ein Abschiedsraum zur Verfügung. Die Cafeteria kann von Angehörigen der Bewohner, jedoch auch von der Bevölkerung genutzt werden. Es können Veranstaltungen besucht oder auch selbst organisiert werden. Die Einrichtung nutzt moderne Technologien und umweltfreundliche Versorgungstechniken. Zur Finanzierung sagte Pfarrer Mahr, dass das Gesamtvolumen bei 4,33 Millionen Euro liegt. Der Finanzplan sieht ein KfW-Darlehen von 2,43 Millionen Euro vor. Es gibt einen Zuschuss des Deutschen Hilfswerkes von 400.000 €, von der Diözese Würzburg von 250.000 €, der Eigenanteil der Stiftung beträgt 1,25 Millionen €. Pfarrer Mahr meinte, dass eine zusätzliche finanzielle Unterstützung z. B. durch den Landkreis Main-Spessart sehr willkommen sei. Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen der Stiftung die Folgenutzung des Altbaus in Rothenfels. Vorhandene Anfragen müssten noch sondiert werden. Mahr sagte, die Stiftung sei für jegliche Vorschläge dankbar und gesprächsbereit. Zum Abschluss segnete Pfarrer Alkuin Mahr ein Kruzifix für die Cafeteria und Kreuze für alle Zimmer, die Walter Heußlein aus Billingshausen gespendet hatte. Alles auf Hochglanz für den bevorstehenden Einzug Norbert Redelbach sagte, dass er als Vertreter der Firmen ARGE – Lohrer Wohnbau und Redelbach-Bau – und als derzeitiger Präsident des Rotary-Clubs es als Ehre empfinde, dieses Projekt zu besichtigen und vorzustellen. Sowohl den Mitgliedern des Rotary-Clubs, als auch den Stadt- und Gemeindeoberhäuptern Rosemarie Richartz und Thorsten Schwab, den Stadt- und Gemeinderäten von Rothenfels und Hafenlohr, dem ehemaligen Hafenlohrer Bürgermeister Alfred Ritter, Monsignore Reinhold Herbig, und den Bauherrn, also Herrn Pfarrer Alkuin Mahr mit seiner Mannschaft von der Juliusspital-Stiftung. Redelbach stellte fest, dass die Reinigungskolonne alles auf Hochglanz gebracht habe für den bevorstehenden Einzug. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass der Informationsabend noch eingeschoben wurde, um Gelegenheit zu geben, ohne die Bewohner zu stören, die ganze Anlage anzusehen. Dass dies ermöglicht wurde sei den vielen Helfern im Hintergrund und der Heimleiterin Ute Schawerna-Pedrosa und der Geschäftführerin der Stiftung, Gabriele Schneider, zu verdanken. Waltraud Grau hatte einen Film vorbereitet über den Altbau in Rothenfels und den Neubau in Hafenlohr. Pfarrer Mahr dankte den drei Damen mit einem Blumenstrauß. Redelbach führte aus, dass von der Juliusspital-Stiftung klare Vorgaben gemacht worden seien. Zum Zuge müsse der preisgünstigste Anbieter kommen und insbesondere seien Firmen aus der Region zu berücksichtigen. Den Auftrag erhielt ARGE, die Redelbach Wohnungsbau GmbH Marktheidenfeld und die Wohn- und Gewerbebau GmbH Lohr. Die Planung und technische Leitung lag in den Händen der Lohrer Wohnbau, federführend waren Werner Altmann und Herr Hlucky. Die kaufmännische Leitung und örtliche Bauleitung hatte die Fa. Redelbach unter Juniorchef Michael Löffler und Bauleiter Erich Schmidt. Die Rohbauarbeiten führte Redelbach aus, die Außenanlagen die Firma Siegler. Das Grundstück in Hafenlohr sei optimal für das Projekt gewesen. Es musste kein Aushub abgefahren und kein zusätzliches Auffüllmaterial angeliefert werden. Der Gebäudekomplex habe den Grundriss annähernd wie ein großes „E“. Der Versorgungstrakt bildet den Rücken auf den die drei Wohntrakte stoßen. Eingespart werden konnten aufwendige Treppenhäuser, Aufzüge und Balkone. Brandschutz und Rettungswege sind über die Terrassentüren für die Pflege- und Wohneinheiten festgelegt. Die Ausführung erfolgte in Massivbauweise mit gemauerten Ziegelwänden und Stahlbetongeschoßdecken. Darauf befindet sich ein zimmermannsmäßiger Dachstuhl mit Tonziegeleindeckung. Sämtliche Außenwände haben eine Wärmedämmung als Vollwärmeschutz. Zum Einbau kamen hochwertige Fenster- und Türenelemente mit 5-Kammer-Profilen. Oberseitig wurden die Massivdecken komplett mit einer 20 cm starken Wärmedämmschicht versehen. Die eingebaute Pelletsheizung entspreche den aktuellen und zukünftigen Erfordernissen in Hinblick auf die CO²-Einsparung. In der Cafeteria wurde eine Fußbodenheizung eingebaut. Die Rollläden werden motorisch betrieben, jedes Zimmer hat einen Rauchmelder und eine Notrufanlage. Eine moderne kontrollierte Be- und Entlüftung sorgt stets für frische Luft. Die verwendete Frischwassertechnik bietet Gewähr dafür, dass die gefürchteten Legionellen keine Chance haben. Dankenswerterweise habe die Heimleiterin, Ute Schawerna-Pedrosa, ihre langjährige Erfahrung mit eingebracht, besonders in der Ausbau- und Einrichtungsphase. Die Wohntrakte sind in gelb, grün und rot gehalten, um den Bewohnern Orientierungshilfe zu geben. Wichtig ist die Erhaltung der Einrichtung für die Region Hafenlohrs Bürgermeister Thorsten Schwab, sagte in seinen Grußworten, stellvertretend auch für die Bürgermeisterin von Rothenfels, Rosemarie Richartz, dass vielen die Angst vor dem Älterwerden genommen werden könne, wenn eine Einrichtung wie das Julius-Echter-Seniorenstift vor Ort sei. Bedeutsam sei nicht der Umzug von Rothenfels nach Hafenlohr, sondern allein die Erhaltung für die Region. In diesem Fall hätten die Kommunen ihre Aufgaben erfüllt und seien ihrer Verpflichtung nachgekommen. Schwab gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Senioreneinrichtung gut angenommen und auch eine Stätte der Begegnung wird. |
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