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Main-Echo, 03.07.2004

32 Jahre lang den Mitmenschen geholfen
Praxisübergabe von Karin Kuhn und Dr. Gerhard Ronge an Dr. Josef Pullmann

Hafenlohr. Mit dem Platztausch in den Untersuchungsräumen ihrer örtlichen Hausarztpraxis wechseln die Ansprechpartner für ärztliche Hilfe für Patienten aus Hafenlohr und der umliegenden Orte: Karin Kuhn und Dr. Gerhard Ronge übergaben Stethoskop und Praxisräume an Dr. Josef Pullmann.

Seit dem 1. Juli steht den Patienten der einst ersten Gemeinschaftspraxis Unterfrankens ein neuer, versierter Ansprechpartner für ihre kleinen und größeren Gesundheitsprobleme zur Verfügung. Am heutigen Samstag stellt sich der neue Mediziner in seinen künftigen Praxisräumen den Kollegen vor. Karin Kuhn und Dr. Gerhard Ronge werden sich nach 32 Jahren in den verdienten Ruhestand zurückziehen.


Mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge, blicken die Hausärzte Karin Kuhn und Dr. Gerhard Ronge auf 32 Jahre Praxisarbeit zurück. Sie legen die Betreuung ihrer Patienten und deren Gesundheit für die Zukunft in die Hände von Dr. Josef Pullmann (rechts). Foto: Robert Heußlein

Sie übergaben darum am 30. Juni die Schlüssel an ihren Nachfolger. Beide, inzwischen untrennbar mit Hafenlohr verwachsenen Ärzte, hatte es nach ihrem Studium an der medizinischen Fakultät der Universität Würzburg, zunächst nach Rothenfels in die ehemalige Praxis Dr. Fabri geführt. Bereits ein Jahr später, 1973, wechselten sie in eigene Praxisräume nach Hafenlohr. »Nur einen einzigen Werktag in über 30 Jahren mussten wir unsere Praxis geschlossen lassen«, stellt Gerhard Ronge stolz fest, dessen größtes Anliegen es gewesen sei, so der scheidende Hausarzt, einen wirklich kompetenten und versierten Nachfolger für seine Patienten zu finden. Und dies sei ihm wohl auch gelungen, ergänzt er angesichts des qualifizierten Werdeganges von Dr. Josef Pullmann. 

Der gebürtige Pressburger (heutige Slowakei) ist 46 Jahre alt und kam in jungen Jahren ins Bayerische Grafing bei München, wo er auch sein Abitur ablegte. Nach seinem Medizinstudium in Gießen arbeitete er zunächst in der Herz- und Kreislaufklinik in Bad Nauheim (1990 bis 1993). Als wissenschaftlicher Mitarbeiter wirkte er bis 1995 an der Herz- und Gefäßchirurgie der Uniklinik Gießen, wo er seine wesentliche kardiologische Prägung erfuhr. Während einer vierjährigen Assistentenzeit in der Inneren Medizin des akademischen Lehrkrankenhauses Goslar (1995 bis 1999) erwarb er breite internistische Erfahrung, die er bis zuletzt als leitender Oberarzt am Caritas-Krankenhauses in Bad Soden- Salmünster praktisch umsetzte. 


Das neue Praxisschild hängt bereits an der Eingangstüre in der Hafenlohrer Hauptstraße. Foto: Thorsten Schwab

Aus dieser Reha-Klinik zog es ihn jedoch bald in Richtung Akut-Arbeit fort. Und als lohnendes Arbeitsfeld bot sich 2001 eine Oberarztstelle am Kreiskrankenhaus Marktheidenfeld, die er darum gerne - zurück in Bayern - antrat. Nicht etwa die aktuelle Krankenhausneustrukturierung im Landkreis, sondern sein stets im Blickfeld verbliebener Lebensentwurf - eine eigene niedergelassene Hausarztpraxis zu übernehmen - seien nun Anlass gewesen, die sich bietende Offerte der Gemeinschaftspraxis Kuhn/Dr. Ronge gerne aufzugreifen. Dabei habe der Wunsch, »näher am Herzschlag des Patienten zu sein«, eine wesentliche Rolle gespielt. Und trotz seiner stark internistisch geprägten Ausbildung entschied er sich für eine hausärztlich internistische Praxis und nicht für die Facharztrichtung an einem Klinikum. 

Mit einem Dank an die beiden Praxisvorgänger freute sich Josef Pullmann besonders darüber, nach der bislang stark von der Gerätemedizin geprägten Arbeit als Oberarzt, mehr die menschliche Komponente seines Berufes den künftigen Patienten entgegenbringen zu dürfen. »Damit hoffe ich, das Vertrauen meiner Patienten auf einer persönlichen Ebene rasch gewinnen zu können«, setzt sich selbst zum Ziel. Er nahm gerne die guten Wünsche von Karin Kuhn und Dr. Gerhard Ronge für die künftige Arbeit mit, die nun für die Hafenlohrer zu ganz einfachen Mitbürgern werden.

 

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